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Links #2

Januar 28, 2010

Links für 2010-01-28

  • Interview der ZEIT mit Rudolf Jaenisch
    Epigenetik: „Unsere Gene unterhalten sich mit der Umwelt“

      Jaenisch: „Als die erste Maus kloniert war, das war in Hawaii, bin ich da sofort hingefahren. Ich war völlig begeistert und habe sofort mein Labor umgestellt und den Mechanismus studiert. Als wir die geklonten Tiere dann sehr genau untersuchten, wurde es schnell klar, dass das keine gesunden Tiere waren. Die waren viel größer, hatten Flüssigkeit im Gewebe eingelagert und die meisten starben sehr früh. Es lag daran, dass wir die epigenetische Reprogrammierung, die gleich nach der Befruchtung im Ei stattfindet, im Labor nicht nachmachen konnten. Und auch nie so werden machen können. Das bei einem Menschen zu versuchen, wäre völlig indiskutabel.“
      Jaenisch: „[…] Ich weiß nur, dass ich gerne ein ganz starkes Argument gegen das Klonen hätte, das ich aber nicht habe.“
      Jaenisch: „2001 gab es im amerikanischen Kongress eine Anhörung über das Klonen und da las die Chefin einer Firma, die die Erlaubnis zum Klonen haben wollte, den Brief von einem Rechtsanwalt aus Chicago vor. Er schrieb, der glücklichste Tag seines Lebens sei gewesen, als sein Sohn geboren worden sei, und sein traurigster Tag war, als er nach neun Monaten starb. Er flehe den Kongress an zu erlauben, dass sein Sohn eine zweite Chance bekommt. Totaler Blödsinn – weil ja eben ein Klon nicht mehr der gleiche Sohn ist.
      Dann kam ein sehr überlegter Bioethiker, der erklärt hat, was die Probleme seien, warum das nicht richtig ist. Privat sagte er mir später, dass es einer seiner schlimmsten Momente war. Seine Tochter war gerade vergewaltigt und ermordet worden. Da musste er mit klar kommen, und dann kam diese Frau und redete darüber, einem toten Kind eine zweite Chance zu geben. Das hat mich ungeheuer beeindruckt, wie er das hinbekommen hat, dagegen zu argumentieren mit den wissenschaftlichen Fakten – nicht mit Wunschdenken.“
      Jaenisch: „[…] Es gibt Versuche, bei denen man Parkinsonpatienten Nervenzellen aus den Gehirnen abgetriebener Feten implantiert hat. Das funktioniert tatsächlich, aber das ist ein ungeheuer schwieriger Versuch, und für einen Patienten benötigt man die Zellen von 12 Feten. Außerdem kann man so nur die Bewegungsstörungen behandeln und Parkinson ist viel mehr als das.“